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Type: Project
Was las die Tiroler Landbevölkerung um 1800? Ziel des Projekts ist die Erforschung des privaten Buchbesitzes in Tirol in der sogenannten Sattelzeit, dem Zeitraum von 1750 bis 1850. In den Inventaren, die sich in den Aktenbeständen zu den ehemaligen Landgerichten Stubai und Steinach erhalten haben, sollen die verzeichneten Bücher erhoben und so der private Buchbesitz in diesen ländlichen Regionen beschrieben und analysiert werden. Das Projekt ist als Pilotstudie angelegt. Es gilt die Potenziale, aber auch die Grenzen der Auswertung von Inventaren am konkreten Beispiel auszuloten. Basierend auf den in dieser Pilotstudie gewonnenen Erfahrungen sollen in der Folge Methoden und Workflows entwickelt werden, um ein ähnliches, jedoch größer gefasstes Projekt beantragen und realisieren zu können. Diese Studie betritt wissenschaftliches Neuland, ist die erste dieser Art, nicht nur für das Gebiet des heutigen Österreich, sondern auch für den gesamten katholisch-süddeutschen Raum. Das Projekt kann somit einen bedeutenden Beitrag zur europäischen Buch- und Lesegeschichte im 18. und 19. Jahrhundert leisten. Darüber hinaus sollen die im Projekt bearbeiteten Inventarbestände über eine Onlinedatenbank der wissenschaftlichen Forschung und der interessierten Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden. Für Projektleitung, Archivrecherche und Datenerhebung sowie „analoge“ Dissemination zeichnet Michael Span verantwortlich. Die technische Umsetzung der Online-Lösung obliegt Peter Andorfer.
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Type: Project
The TuniCo project was aimed at getting a clearer picture of the current linguistic situation of Tunis. Methodologically, it was situated at the crossroads of variational linguistics and language technology, combining dialectological approaches with up-to-date text technological methodologies. The data and tools developed and tested in the project were meant to be beneficial for a wide range of research questions both in the field of Arabic linguistics but also beyond.
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Type: Project
Die große historische Leistung des Wiener Kongresses war die Schaffung eines Systems zwischenstaatlicher Friedenswahrung und Konfliktregelung in Europa, das nach den territorial-politischen Erschütterungen der napoleonischen Zeit für mehrere Jahrzehnte Bestand hatte. Damit verbunden war ein fundamentaler, qualitativer Wechsel im Stil der internationalen Politik, zu dem sich alle "Player" bekannten: die Überwindung der Fixierung rein auf einzelstaatliche Interessen zugunsten der Verpflichtung auf eine funktionierende europäische Sicherheitsordnung mit planbaren Spielregeln für Mediation und Konfliktmanagement. Die Botschafterkonferenzen und Kongresse seit 1814 waren erste konkrete Bausteine für eine solche Sicherheitsordnung. Im "Europäischen Mächtekonzert" des 19. Jahrhunderts mit seiner kompliziert ausbalancierten Mechanik von Einflusssphären nahm der österreichische Kaiserstaat unter der diplomatischen Regie Metternichs aufgrund seiner territorialen Interessen in Richtung deutscher Staatenwelt, Italien sowie Balkan eine zentrale Rolle ein. Während die Entwicklung der europäischen Staatenordnung vom Krimkrieg bis zum Ausbruch der großen Balkankrise 1875, an deren Ende der letzte europäische Mächte-Kongress in Berlin 1878 steht, gut erforscht ist, fehlt nach wie vor eine moderne, angemessene und leicht zugängliche Dokumentation für die europapolitisch zentral wichtige "Wiener Ordnung" von 1815 und für ihre Entfaltung in der "Kongresspolitik" der 1820er-Jahre, die der systematischen, internationalen und gesamteuropäischen Dimension dieser Ordnung Rechnung tragen würde. Es scheint also überfällig und lohnend zugleich, sich mit einem neuen Editionsprojekt dem Funktionieren der europäischen Mächtepolitik 1814/15 - 1825 zuzuwenden, und zwar zunächst aus der bislang ganz unterbelichteten Perspektive des Wiener Hofs heraus. Dies sichert gleichzeitig einen praktikablen und im beantragten Zeitrahmen abzuarbeitenden Auftakt für ein mögliches Langfrist-Projekts zum Thema "Das Europäische System des Wiener Kongresses". Konkretes Ziel ist ein substantieller Dokumentationsband, der auf der Basis archivalischer Originale in Wien Schlüsseldokumente zum Inhalt wie zu den Verfahrensweisen des europäischen Systems im Zeichen der "Wiener Ordnung" zugänglich macht und durch die Beigabe deutschsprachiger Regesten weitum konsultierbar sowie im akademischen Unterricht einsetzbar ist. Ausgewertet sollen dafür im Österreichischen Staatsarchiv - Haus-, Hof- und Staatsarchiv Wien aus der Bestandsgruppe "Staatskanzlei" die "Kongressakten" (46 Faszikel) und "Vorträge" (37 Kartons) werden. Damit soll vor allem ein konkreter, weithin sichtbarer Schritt getan werden, um in Hinblick auf die 200jährige Wiederkehr des Wiener Kongresses 2014/15 österreichische und von Österreich aus initiierte Forschungen einzubringen in das neue Interesse an einer systematisch erforschten "Internationalen Geschichte" des "langen" 19. Jahrhunderts.
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Type: Project
1820 und 1821 versammelten sich die Vertreter der europäischen Großmächte erst in der schlesischen Kleinstadt Troppau/Oppava, und dann in Laibach/Ljubljana, um Krisenpolitik zu betreiben: Auf der Kongressagenda stand die Frage, wie das Europäische Mächtekonzert auf die im Königreich beider Sizilien ausgebrochene konstitutionelle Revolution reagieren sollte. War eine militärische Intervention die einzige Möglichkeit, um die herkömmliche monarchische Ordnung in Süditalien wieder herzustellen? Oder sollte einer Nichtinterventionspolitik der Vorrang eingeräumt und dadurch der politische Umsturz akzeptiert werden? Grundlage der Gespräche 1820/21 waren die verschiedenen Allianzverträge, die ab 1814 zwischen den europäischen Mächten abgeschlossen worden waren. Das Ziel dieser Maßnahmen war die Sicherung des Frieden und der politischen Ruhe auf dem durch die Revolutions- und Napoleonischen Kriege gebeutelten Kontinent. Zwar war ein gemeinsames Ziel definiert – doch wie dieses angesichts erneuter revolutionärer Unruhen etwa in Süditalien erreicht werden sollte, war nicht vertraglich festgelegt worden. Während der Verhandlungen in Troppau und Laibach traten die unterschiedlichen Ansichten der beteiligten europäischen Mächte in dieser Frage klar zu Tage. Erstmals nach dem Ende des Wiener Kongresses und dem endgültigen Sieg über Napoleon wurde das europäische Allianzsystem auf die Probe gestellt. Das Projekt untersucht die verschiedenen politischen Ansätze und Strategien der Mächte und setzt diese mit innenpolitischen Faktoren ebenso in Zusammenhang wie mit den unterschiedlichen Vorstellungen der beteiligten Staatsmänner über das Wesen und den Zweck des Europäischen Mächtekonzerts. Die zentrale Frage ist dabei jene nach der konkreten Funktionsweise des Konzerts. Wie wurden die Allianzverträge jeweils interpretiert? Welche Konfliktlösungsstrategien wurden angewendet? Welche Staaten wurden zu den Gesprächen zugelassen? Wo sind die Verhandlungen in Troppau und Laibach im Diskurs über Intervention bzw. Nichtintervention in Zweitstaaten zu verorten? Das Projekt befasst sich mit zwei bisher wenig untersuchten Mächtekongressen und leistet daher einen wichtigen Beitrag zum Verständnis europäischer Mächtepolitik in der Ära nach dem Wiener Kongress. Doch ist der zentrale Konfliktpunkt der Verhandlungen nicht nur relevant für die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts: Auch heute stellt sich angesichts zahlreicher internationaler Krisen immer noch die Frage nach der Reaktion der Staatengemeinschaft, die letztlich stets auf die Alternative Intervention – Nicht-Intervention hinausläuft.
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